40 Jahre Grüne in Oerlinghausen

Bei bestem Sommerwetter trafen sich kürzlich die Oerlinghauser Grünen, um ein Jubiläum zu feiern – 40 Jahre Grüne in Oerlinghausen. Als Ort für diese kleine Feier hatten sich die Grünen den Rolfschen Hof in Detmold ausgesucht. „Aufgrund der Corona-Rahmenbedingungen mussten wir die Feier leider auf unseren internen Kreis beschränken“, bedauerte Vorstandsmitglied Mandy Eilenstein.

Im Jahr 1981 entstand aus einer Gruppe Oerlinghauser, die sich vom Künstler Joseph Beuys inspiriert fühlten, eine Bewegung, die mehr wollte. Die Grüne Partei hatte sich bereits mehr als ein Jahr vorher gegründet und man wollte auch in Oerlinghausen eine Gruppe aktiver Grüner ins Leben rufen. An einem Sonntag im September 1981 war es soweit; es gab ein erstes öffentliches Treffen in Oerlinghausen die Gründung des später formal gegründeten Grünen Ortsverbandes Oerlinghausen. Ein zur Europawahl 1979 in Oerlinghausen von Thorsten Hasselberg gestaltetes GRÜNE-Plakat ist derzeit übrigens in der Ausstellung „Die soziale Skulptur, der erweiterte Kunstbegriff von Joseph Beuys“ in der Zeche Zollverein zu sehen.

Gleich bei der ersten Kommunalwahl, bei der die Oerlinghauser Grünen im Herbst 1984 antraten, wurden 11,2 % erzielt und 4 Ratsmandate geholt. Die Grüne Fraktion fiel gerade in den ersten Jahren durch eher unkonventionelle Aktionen auf. Die bekannteste – der leider vergebliche Kampf um den Erhalt der Trauerbuche am Simonsplatz – dürfte vielen Oerlinghauser:innen noch im Gedächtnis sein.

Der Rolfsche Hof in Detmold

„Wir GRÜNE haben in den Folgejahren wichtige Akzente für Oerlinghausen setzen können: das Bürgerhaus, die Umrüstung des Heizkraftwerkes, die Einführung des Stadtbusses, die U-3-Betreuung für Kleinkinder – all das waren politische Maßnahmen, die ohne Grüne Initiative so nicht zustande gekommen wären“, ist sich Michael Walde sicher.

Er gehört zu den „Grünen Urgesteinen“ in Oerlinghausen. Aus den Anfängen zu Beginn der 1980er-Jahre waren auch Gudrun Niemz-Molck, Uwe Molck und Thomas Reimeier unter den Jubiläumsgästen dabei.

„Mit aktuell acht Ratsmitgliedern sind wir so stark wie nie“, schlägt die heutige Fraktionssprecherin Ute Hansing-Held den Bogen in die Gegenwart, „ein jüngeres, maßgeblich mit Grüner Unterstützung erarbeitetes Projekt – der Bau der neuen Südstadtschule – steht kurz vor der Vollendung. Und für die Herausforderungen der Zukunft haben wir noch viele Ideen, die mit Hilfe unserer neuen Mitglieder mit Elan angegangen werden.“

Neben dem Austausch über alte und neue Zeiten, lernten die Grünen auch den Rolfschen Hof kennen. Nicht nur die fantastische Aussicht war beeindruckend, sondern auch die vielen verschiedenen Themengärten. Der Rolfsche Hof ist eine Umweltbildungsstätte des NABU, die vor allem den Jüngsten die Natur nahebringt und damit hoffentlich den Grundstein legt für ein lebenslanges Verhalten, welches die Natur schützt.

Ein kurzweiliger Sonntagnachmittag, bei dem auch die Freude darüber groß war, sich nach langen Monaten, in denen der Austausch nur online erfolgte, endlich mal wieder persönlich zu sehen.

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