Dorffest und Dorfplatz in Helpup – Nichts um viel Lärm?!

In der öffentlichen Diskussion wird – insbesondere von einzelnen Ratsmitgliedern – der Eindruck erweckt, als hinge die zukünftige Durchführung des Helpuper Dorffestes davon ab, einen geeigneten Platz zu erwerben bzw. zu pachten. Die Grüne Ratsfraktion vertritt die Auffassung, dass die Situation leider viel komplizierter ist.
Konkret geht es um eine Fläche am „Kamener Kreuzes“ auf der ein Dorfplatz errichtet werden soll, um dort u.a. das Dorffest stattfinden zu lassen. Aufgrund rechtlicher Probleme konnte das Dorffest in den letzten Jahren nur unter größeren Schwierigkeiten durchgeführt werden. Das größte Problem bei der Durchführung des Dorffestes ist dabei die Lärmentwicklung. Das belegt das Protokoll des „Ausschusses für Umwelt und Bauen“ vom 09. August 2006. Zitat: „Frau Dr. Herbort erläutert, dass der Architekt Crayen und der Gutachter Dr. Beckenbauer das Gelände des Landesverbandes bezüglich eines geeigneten Standortes für einen Festplatz untersucht haben. Die Lage ist als kritisch anzusehen. Wie das Gutachten von Herrn Dr. Beckenbauer zum diesjährigen Dorffest belegt, werden die zulässigen Lärmwerte am jetzigen Standort erheblich überschritten. Auch bei einer Verschiebung des Platzes auf dem Gelände des Landesverbandes wäre es nicht möglich, die gesetzlich geforderten Höchstwerte einzuhalten.“
Durch das Anlegen eines Dorfplatzes wäre das Problem der Lärmbelästigung also nicht gelöst. Fraglich ist, ob Lärmschutzwälle hier weiterhelfen könnten. Das müssten dann wohl recht üppige Lärmschutzwälle werden.

Ohne Zweifel: für den Ortsteil Helpup hat das Dorffest eine hohe Identität stiftende und verbindene Wirkung, bei dem nicht nur die Dorfgemeinschaft gewinnt. Die Grüne Ratsfraktion ist der Auffassung, dass es für Anwohner hinnehmbar ist, wenn alle zwei Jahre an einem Wochenende Lärmgrenzwerte überschritten werden. Durch Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten ist es bisher auch immer gelungen, dass das Dorffest weiterhin stattfinden konnte. Wir meinen: bevor in einen Dorfplatz – eventuell mit Lärmschutzwällen – investiert wird, müssen die lärmschutzrechtlichen Rahmenbedingungen wirklich geklärt werden.
Einem dementsprechenden Antrag der Grünen-Ratsfraktion wollten die anderen Ratsfraktionen leider nicht folgen. Es sieht tatsächlich so aus, als wenn es anderen Ratsfraktionen darum geht, sich mit einem Dorfplatz in Helpup zu profilieren. Und darum wird der Eindruck erweckt, dass ein Dorfplatz notwendig sei, um das Dorffest nicht begraben zu müssen. Das wirkliche Problem wird ausgeklammert oder gar nicht erst erkannt.

Die Grüne Ratsfraktion ist nicht per se gegen einen Dorfplatz, sondern führ einen ehrlichen und sauberen Entscheidungsprozess. Eines sollte nämlich vermieden werden: dass Helpup demnächst zwar einen Dorfplatz, aber kein Dorffest mehr hat.

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