GRÜNER Info-Abend zum Klimaschutz: Zeit zu handeln auch vor Ort!

GRÜNER Info-Abend zum Klimaschutz: Zeit zu handeln auch vor Ort!

Der kürzlich veröffentlichte Report des Weltklimarates der Vereinten Nationen hat es uns deutlich gezeigt: es ist Zeit zu handeln, wenn die heftigsten Folgen der globalen Erwärmung noch vermieden werden sollen. Das vermittelte der GRÜNE Landtagsabgeordnete Rainer Priggen beim Info-Abend im Bürgerhaus sehr anschaulich.

Zwar habe es in der Vergangenheit immer wieder Schwankungen des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre und demzufolge Temperaturschwankungen gegeben. Doch während der CO2-Gehalt in den letzten sechshundertfünfzigtausend Jahren immer zwischen 180 und 280 ppm (parts per million) schwankte, wie Messungen aus Eisbohrkernen ergeben haben, überschritt er mit Beginn der Industrialisierung erstmals diesen Wert und stieg seitdem auf 380 ppm – mit steigender Tendenz. Dass der derzeitige Klimawandel überwiegend auf menschlichen Einflüssen basiert, wird denn auch nicht mehr ernsthaft bestritten. Dabei haben die westlichen Industriestaaten die größte Verantwortung: während die USA pro Kopf jährlich 20 Tonnen CO2 erzeugen (in Deutschland 10 Tonnen), sind es in China 3-4 Tonnen und in Indien weniger als 2 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr. Insofern sei es etwas irreführend, wenn jetzt ständig verbreitet werde, das China demnächst die USA als größter CO2-Verursacher ablösen werde.
Auch mit einem anderen Vorurteil räumte Priggen auf: die Vorräte an Natur-Uran reichen weltweit nur noch für etwa 40 bis 50 Jahre. Je mehr neue Atomkraftwerke in Betrieb gehen, um so mehr schrumpft dieser Zeitraum. Schon allein deshalb ist Atomenergie kein geeignetes Mittel gegen den Klimawandel, von den ungelösten Problemen wie der Endlagerung des Atommülls ganz zu schweigen.
Bei möglichen Strategien zur Lösung des Klimaproblems wurde deutlich, dass trotz der globalen Dimension auch die örtliche Ebene unverzichtbar ist. Letztlich ist vielfach entscheidend, ob Lösungsansätze vor Ort umgesetzt werden oder nicht, z .B. im Bereich der Gebäudesubstanz, in der Bau- oder der Verkehrsplanung.

Doch auch in der Energieerzeugung gibt es Möglichkeiten für Städte und Gemeinden. Eindrucksvoll konnte das der Geschäftsführer der Oerlinghauser Stadtwerke, Peter Blome, demonstrieren. Seitdem im Jahr 1988 die Umrüstung des Fernheizwerkes in der Südstadt auf „Kraft-Wärme-Kopplung“ (KWK) erfolgte, wird der eingesetzte Brennstoff viel besser ausgenutzt: die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme wird in das Fernwärmenetz eingespeist. Große Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke hingegen geben zwei Drittel der eingesetzten Energie ungenutzt als Abwärme an die Umwelt ab; sie werden deshalb auch als „Wolken-Maschinen“ bezeichnet.Im Holzhackschnitzelkraftwerk an der Bleiche wird neuerdings natürliches Rest-Holz verbrannt; ein nachwachsender Rohstoff ersetzt somit in erheblichem Umfang den Brennstoff Gas – wirtschaftlich und zukunftssicher.

Ein zukunftsorientierter Wirtschaftlichkeitsfaktor soll auch der Energie-Gebäudepass sein, den Britta Kniepkamp von der Energieagentur Lippe vorstellte. So sollen z.B. bei Hausverkäufen demnächst Angaben zum energetischen Zustand des Gebäudes verpflichtend werden. Bei diesem Thema wurde erneut deutlich, wie sehr es darauf ankommt, auf welche Art und Weise Klimaschutzmaßnahmen konkret umgesetzt werden. So betätigt sich die nordrheinwestfälische CDU-FDP-Landesregierung wieder mal als Klimaschutz-Bremser und hat im Bundesrat beantragt, dass der Gebäudepass nicht auf der Basis des Energiebedarfs ausgestellt werden muss, sondern dass der wenig aussagekräftige Energieverbrauch dafür ausreichen soll.

Fazit des Abends: auch wenn über Klimaschutz viel geredet wird, sind GRÜNE unverzichtbar, damit endlich auch gehandelt wird!

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren

Verwandte Artikel