Klasse statt Masse

Die Einrichtung eines Abenteuerspielplatzes in der Südstadt, vor zwei Jahren beschlossen, hat der Ausschuss Soziales, Jugend, Sport in seiner letzten Sitzung auf den St. Nimmerleinstag verschoben. Angesparte Gelder werden nun für die bestehenden Spielplätze ausgegeben. Im folgenden Auszüge aus einem Arbeitspapier zum Thema von Manuela Grochowiak-Schmieding aus dem Jahr 2003, das nach wie vor aktuell ist:

Nach dem Spielplatzkataster von 2000 hat Oerlinghausen 35 Spielplätze, mittlerweile sind einige Spielplätze dazu gekommen. Die Ausstattung ist unterschiedlich. Manche Plätze sind überwiegend mit alten Geräten im Stil der 50er, 60er Jahre bestückt, auf anderen Plätzen wurden modernere Geräte wie Wipptiere und Holzspielgeräte nachgerüstet. Einige Spielplätze stehen unter der Obhut von Patenschaften. Die Spielplätze werden unterschiedlich angenommen; beeinflusst wird dies durch die Lage, Ausstattung, Attraktivität der einzelnen Einrichtungen, sowie die Altersstruktur der Anlieger.

Unter dem Gesichtspunkt der Attraktivitätssteigerung, die Übernahme von Patenschaften, Einsparung bzw. dem größtmöglichen, sinnvollen Einsatz der vorhandenen Gelder sollte der Gedanke, die Anzahl der Spielplätze zu reduzieren, nicht ausgespart werden. Hierbei sind allerdings die unterschiedlichen Strukturen der verschiedenen Stadtteile zu berücksichtigen.
Für Helpup mit Währentrup, Lipperreihe und die Kernstadt mit einem hohen Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern mit Garten (der oftmals mit Kinderspielgeräten ausgerüstet ist) wäre ein drastische Reduzierung der Spielplätze zu Gunsten eines oder zweier größerer Spiellandschaften pro Stadtteil denkbar.

In der Südstadt ist die Situation durch die dichte Wohnbebauung mit einem hohen Anteil an großen Mehrfamilienhäusern anders zu bewerten – aber auch hier sollte kritisch untersucht werden, ob z.B fünf Spielplätze im Bereich Adolf-Sültemeier-Straße bis Felix-Fechenbach-Straße sinnvoll sind.
Die Reduzierung der Spielplätze kann ein mittel- bis langfristiger Prozess sein, einhergehend mit der Erweiterung ausgewählter Spielplätze zu reizvollen Spiellandschaften. Hierzu müssen Konzepte entwickelt werden. So könnte der Spielplatz am Welschenweg zu einem Naturspielplatz gestaltet werden, der die Vorgaben des Geländes (Feuchtbiotop mit Weidenbewuchs etc.) aufnimmt.

Große Maßnahmen könnten durch den Verkauf frei gewordener Flächen finanziert werden.
Klasse statt Masse wäre ein sinnvoller Leitgedanke bei der Konzeption „Spielplätze in Oerlinghausen“. Wenige Einrichtungen bedeuten geringeren Aufwand (alleine die Anfahrtswege für den Bauhof verkürzen sich). Wenige Patenschaften sind eher zu realisieren als eine Masse von 35.

Attraktive Plätze die zum Spielen, Toben und Picknicken einladen, die dem Bedürfnis der Kinder nach Abenteuer und Nervenkitzel durch Mutproben gerecht werden, wo Phantasie und Kreativität ausgelebt werden können – solche Spielplätze werden besser angenommen, erreichen einen höheren Identifikationsgrad und verhelfen der Stadt Oerlinghausen zu einem guten Image bei jungen Familien.

Gerne erfahren wir hierzu Ihre Meinung: kontakt@gruene-oerlinghausen.de

zum Spielplatzkonzept (pdf-Datei, 426 kb)

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