Grundschulentwicklungspläne mobilisieren die Betroffenen

Gut 90 InteressentInnen und Betroffene folgten der Einladung von Bündnis 90/ Die Grünen zu Information und Diskussion zum Thema Schulentwicklung im Bereich der Grundschulen.Thomas Reimeier , Ortsverbandssprecher der Grünen moderierte die von fachlicher Kompetenz und großer Sachlichkeit getragene Veranstaltung.

Anlass zu diesem Termin war der Beschluss des Schulausschusses, die Anzahl der Einschulungsklassen (Zügigkeit) im Grundschulverbund Lipperreihe/Südstadt von 4 auf 3 zu reduzieren, um der Grundschule Helpup eine stabile 3-Zügigkeit zu garantieren. Im Grundschulverbund würde dies zur Bildung von Klassen mit 30 Kindern führen. Darüber hinaus soll nach Auffassung der Bürgermeisterin und anderer Fraktionen der Standort Südstadt 2012/2013 geschlossen werden. Als Argument wird die sinkende SchülerInnenzahl in der Zukunft angeführt, gestützt auf Zahlen aus dem sog.“Garbe-Gutachten“ (Gutachten zur Schulentwicklung in Oerlinghausen von Dr Garbe Consult erstellt).Anhand verschiedener Widerspüchlichkeiten in diesem Gutachten konnte Manuela Grochowiak-Schmieding, Fraktionssprecherin und gerade wiedergewählte stellvertr. Landrätin für den Kreis Lippe, belegen, dass die sinkende Kinderzahl ein schwaches Argument ist. Selbst bei der niedrigsten vorhergesagten Anzahl von Einschulkindern, könnten 7 Klassen (3 in Helpup, 4 im GS-Verbund) gebildet werden.

[Quelle: Neue Westfälische]

Nicht nur dies veranlasst die Grünen, die Beschränkung auf 3-Zügigkeit und die Schließung der Südstadtschule zu diesem Zeitpunkt abzulehnen. Vielmehr sehen sie keine Berechtigung, ein gut instandgehaltenes Schulgebäude aufzugeben, solange der Umzug nach Lipperreihe dort massive Ausbaumaßnahmen und Investitionen erforderlich macht; ganz abgesehen von den durch zusätzlichen SchülerInnenverkehr verursachten Kosten.

Ulrich Armeit von der Interessengemeinschaft Süd verwies auf den hohen Stellenwert der Schule als Standortfaktor im Stadtteil. „Wir brauchen die Schule als Ort, der Identifikation mit dem Wohnort ermöglicht. Und wir brauchen die Kinder, die bei Veranstaltungen mit dazu beitragen, ein lebendige Gemeinschaft zu bilden.“

Viele der Anwesenden brachten ihren dringenden Wunsch zum uneingeschränkten Erhalt ihrer Stadtteilschule während der lebhaften Diskussion zum Ausdruck und fragten welchen Beitrag sie leisten können, um dieses Ziel zu erreichen. Den grünen Rat, sich mit Telefonanrufen, Briefen oder emails bei der Bürgermeisterin bemerkbar zu machen, haben offenbar gleich am nächsten Tag viele umgesetzt. Gegen Mittag machte eine email der Bürgermeisterin die Runde, in der sie ankündigt, den Tagesordnungspunkt „Zukünftige Entwicklung im Grundschulbereich“ wegen weiteren Gesprächsbedarfs von der Tagesordnung der nächsten Ratssitzung zu entfernen.

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