Besseres Klima für ein Königinnen-Reich?!

Am 03. Mai hatten die Oerlinghauser und Leopoldshöher Grünen in die Remise Niederbarkhausen eingeladen, um sowohl private als auch politische Notwendigkeiten aufzuzeigen, um dem Klimawandel und Artenschwund entgegenzuwirken.

Als Gästen konnten

begrüßt werden.

Zunächst informierten die Referenten über Fakten zu Klimaschutz und Artenschwund.

Jutta Paulus informiert über grundlegende Fakten

So zeigte Jutta Paulus plakativ die Übernutzung der planetaren Ressourcen auf und erläuterte die Konsequenzen des übermäßigen Stickstoffeintrags durch Düngung in die Böden.

Interessant war auch zu erfahren, dass der Beginn der Kohlenutzung im 19. Jahrhundert von den damaligen Naturschützern zunächst als Rettung der Wälder sehr begrüßt worden ist. Denn die bis dahin massive Nutzung von Holz für die Energieerzeugung und Feuerung führte zum Schwinden der Wälder.

Dr. Inga Kretzschmar

Dr. Inga Kretzschmar verdeutlichte die Problematik in der Landwirtschaft. Im Kreis Lippe werden ca. 44 % der Flächen landwirtschaftlich genutzt. Leider ist ein negativer Wandel im Anbau festzustellen. Ackerflächen werden vergrößert, was zu noch größeren Monokulturen führt. Blühstreifen, Waldinseln und Heckengrenzen sind immer seltener vorhanden. Somit wird Lebens- und Nahrungsraum vor allem für Insekten, Vögel und kleine Säugetiere immer stärker dezimiert. Auch der Verkauf von Ackerflächen an Kapitalgesellschaften, vor allem in Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg, stellt ein Problem dar.

Johannes Remmel, MdL NRW

Johannes Remmel sprach sich dafür aus, in noch größerem Maße als bisher die Biodiversität zu stärken und den Habitatsschutz zu unterstützen. Bisher ist vor allem der reine Artenschutz im Fokus – das allerdings greift zu kurz.

Er wies auch darauf hin, dass auf Landesebene dringend etwas gegen den stetigen Flächenverbrauch getan werden muss. In Nordrhein-Westfalen werden täglich ca. 10 ha versiegelt.

Julia Eisentraut moderierte die Veranstaltung

Angeregt durch Fragen der Zuhörer und im Gespräch miteinander kamen vor allem folgende Dinge zur Sprache, die positive Auswirkungen hätten:

Was kann die EU tun?

  • Änderung der Agrarsubventionen, d.h. weg von der reinen Flächensubvention hin zu inhaltlichen begründeten Zuschüssen, z. B. für ökologische, naturnahe Bewirtschaftung, artgerechte Haltung von Nutztieren oder Gewässerschutz
  • Schaffung von Rahmenbedingungen, damit Industrien, die umweltschonender und sozialverträglicher produzieren, genauso gute Absatzbedingungen erhalten wie gleichartige Produkte aus Nationen, die ihre Waren bedeutend günstiger auf den Weltmarkt bringen, da weder soziale Standards noch Maßnahmen zur Luft-, Boden- und Abwasserreinhaltung ergriffen werden

Was kann NRW, was können die Kommunen und Gemeinden tun?

  • den Flächenverbrauch und die Flächenversiegelung stärker als bisher begrenzen
  • sich aktiver als bisher für den Klimaschutz einsetzen und bereits vorhandene Klimaschutzbeschlüsse auch ernsthaft umsetzen
  • der ungezügelten Nutzung von Grundstücken und Ackerflächen durch Investoren entgegenwirken, z. B. durch kommunale Vorkaufsrechte oder entsprechende vertragliche Regelungen beim Grundstücksverkauf

Was kann jede und jeder Einzelne tun?

  • private Gärten naturnah gestalten
  • die Beleuchtung am Haus und im Garten überdenken
  • strategisch einkaufen, also regionale Produkte und lokale Händler bevorzugen (Metzger und Bäcker vor Ort, statt Abgepacktes im Supermarkt), Waren von Landwirten kaufen, die bei ihrer Arbeit das Tierwohl und den Artenschutz im Blick haben
  • andere motivieren, ihr Einkaufsverhalten ebenfalls zu überdenken
  • sich immer wieder dessen bewusst sein, dass „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ (GG Art. 14, Satz 2)

Alle drei Referenten betonten, dass es nicht nur eines Wandels bei der Nutzung von Kohle bedarf, sondern auch in den Bereichen Mobilität, Industrie, Produktivität und im Bauwesen.

Den hierfür notwendigen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen, erscheint durchaus möglich. Denn wie die freitäglichen „Friday for Future“-Demos zeigen, wird die bisherige Lebensweise der (groß-)elterlichen Generation lautstark hinterfragt. Wenn diese vielen Schülerinnen und Schüler diese Problematik nun auch in ihren Familien zum Thema machen, dann sind ein Umdenken und Handlungsänderungen in Deutschland, Europa sowie weltweit durchaus vorstellbar.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren

Verwandte Artikel